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"Das Vorstellungsgespräch ist eine Chance"

Sekine Günes hat als stellv. Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Mülheim an der Ruhr mehrere Tätigkeitsfelder. "Es gibt keinen typischen Arbeitstag", nimmt sie ihre Aufgaben dennoch mit Freude an. Aber was macht eigentlich eine Gleichstellungsstelle? Im Interview sprechen wir mit Sekine über ihren Job, Bewerbungsgespräche und ihren Migrationshintergrund.

Sekine Günes/@Firat
Aktuell koordiniert Sekine den "Girls Day" in Mülheim an der Ruhr

Sekine, du bist stellv. Gleichstellungsbeauftragte. Was genau machst du?
Ich verstehe mich als Interessensvertreterin für Frauen innerhalb und außerhalb der Stadtverwaltung. Konkret bedeutet dies, die Vernetzung und Kooperation von Fachfrauen zu fördern, Projekte zu planen und auch Frauen und Mädchen zu beraten. Ein Schwerpunkt meiner Tätigkeit ist die Mädchenarbeit, dazu gehört die Koordinierung des "Girls Day Mädchen-Zukunftstag" in Mülheim an der Ruhr. Zudem umfasst mein Aufgabenfeld auch die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Involvierung in Personalentscheidungsprozesse.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?
Es gibt keinen typischen Arbeitstag in der Gleichstellungsstelle. Es kann sein, dass ich an einem Tag bei Vorstellungsgesprächen bin, von Termin zu Termin hetze oder einen ganzen Arbeitstag am PC verbringe.

Du bist bei Vorstellungsgesprächen dabei und entscheidest mit wer als neuer Mitarbeiter oder Mitarbeiterin in Frage kommt. Worauf achtest du in solchen Gesprächen?
Ich treffe ja die Entscheidung nicht allein, sondern in einer Kommission, die sich zusammensetzt aus dem Personalrat, dem Personalamt, der Gleichstellungsstelle und dem Fachamt, das die Stelle besetzen möchte. Ich achte in dieser Kommission darauf, dass eine weibliche Bewerberin bei gleicher Qualifikation und Eignung bevorzugt wird. Generell muss bei diesen Gesprächen stets berücksichtigt werden, welche Motivation die Bewerber haben und Fachkenntnisse vorhanden sind. Die so genannten "Soft Skills" spielen hierbei eine entscheidende Rolle.


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Wie sollte man sich auf Vorstellungsgespräche vorbereiten?
Sie sollten das Vorstellungsgespräch als große Chance verstehen, um sich persönlich zu präsentieren und sich sehr gut auf das Gespräch vorbereiten. Man sollte sich vorab gut über das Unternehmen informieren. Hierfür können Geschäftsberichte oder die firmeneigene Website dienen. Die Bewerber sollten sich auch Fragen über das Unternehmen überlegen, womit sie im Vorstellungsgespräch ihr Interesse an der Stelle noch besser zeigen können. Um die Nervosität vor diesem Gespräch etwas einzudämmen, sollte man das bevorstehende Bewerbungsgespräch mit Eltern oder Freunden "durchspielen".

Viele Jugendliche haben noch keine Vorstellung von ihrer beruflichen Zukunft. Was würdest du ihnen empfehlen?
Ich glaube, die Jugendlichen müssen sich zunächst ihrer eigenen Fähigkeiten bewusst werden und sich gezielt mit verschiedenen Berufsbildern auseinander setzen. Gerade die junge Frauengeneration in Deutschland verfügt über eine besonders gute Schulbildung. Dennoch entscheiden sich Mädchen noch immer häufig für "typisch weibliche" Berufsfelder oder Studienfächer. Sie schöpfen ihre Berufsmöglichkeiten nicht voll aus; den Betrieben aber fehlt gerade in technischen und techniknahen Bereichen zunehmend qualifizierter Nachwuchs.

Hast du dich durch deinen Migrationshintergrund jemals im Berufsleben benachteiligt gefühlt?
Bei mir war mein Migrationshintergrund eher förderlich, dass hat aber natürlich mit dem Arbeitsinhalt und meinem Bildungshintergrund zu tun. Man kann beobachten, dass in Stellenausschreibungen explizit Bewerber mit Migrationshintergund gesucht werden. Viele Arbeitgeber haben verstanden, dass interkulturelle Kompetenz, die natürlich nicht nur mit dem Migrationsintergrund allein begründet ist, ein sehr wichtiger Faktor ist. Trotzdem: Die Ausbildungsmöglichkeiten von ausländischen Jugendlichen haben sich verschlechtert. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat belegt, dass selbst bei gleichen schulischen Voraussetzungen ausländische Bewerber und Bewerberinnen deutlich schlechtere Chancen haben als deutsche. Es gibt also noch sehr viel zu tun.


 
 
 

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