Mehrsprachigkeit und Kulturverständnis sind entscheidend
Im Marketing und in der PR (Public Relations) ist die Interkulturelle Kompetenz stark gefragt. Mixopolis hat sich zu diesem Thema mit Thomas Müller, dem Geschäftsführer der Agentur
Die PR-Berater, unterhalten.

Herr Müller, was steckt eigentlich hinter dem Begriff PR?
Jeder stellt sich zunächst was ganz anderes vor. Das ist in der Agenturszene genauso als auch auf der Kundenseite und mit Sicherheit auch bei den Berufsanfängern. Es gibt ja stets Standardsprüche über die PR, z.B. wenn ich behaupten würde, ich wäre ein toller Kerl, dann würde mich jeder für einen Angeber halten. Wenn ein Freund einer Frau erzählt, dass ich ein toller Kerl bin, dann ist das Werbung. Wenn die Frau jedoch irgendwo hört oder liest, dass der Thomas Müller ein toller Kerl ist, dann ist das PR. In den klassischen Fachbüchern steht zum Begriff PR: Eine strategische Pflege der Kommunikationsstrukturen für Unternehmen, für Personen und Institutionen. PR betreiben heißt auch, dauerhaft diese Netzwerke zu pflegen und nicht einmalig, um letztendlich ein Image zu kreieren für den Markt.
Welche Ziele muss ein Unternehmen haben, damit dieser eine PR-Agentur kontaktiert?
Wir sind relativ breit gefächert. Zu uns kommen Unternehmen, Ministerien, öffentliche Institutionen, Verbände und teilweise auch einzelne Personen. Sie alle haben ein Grundziel: Sie wollen entweder ein Image aufbauen, ein Image verändern und ganz bewusst in einem Markt ein Image kreieren für eine Zielgruppe. Die meisten Kunden verstehen auch, dass dies ein längerfristiger Prozess ist und die Hauptarbeit am Anfang liegt, nämlich bei der Feststellung der Kerninhalte. Was sind die Botschaften? Was sind die Zielgruppen? Es muss also eine Grundstrategie entwickelt werden.
Ihre Agentur hat auch einen Sitz in Berlin und auch in Istanbul. Seit wann sind Sie auch am Bosporus tätig?
Istanbul ist gemeinsam mit Berlin ein Vertriebsstandort mit freien Mitarbeitern. Wir sind jedoch gerade dabei in Istanbul festes Stammpersonal aufzubauen. Wir haben lange mit Istanbul als Standort geliebäugelt, weil Interkulturalität, Migration und Integration schon immer zum Thema hatten. Einer unserer langjährigen Kunden war die
TD-IHK (Türkisch-Deutsche Industrie- und Handelskammer). Die Erfahrungen haben gezeigt, dass es sehr sinnvoll ist, nach Istanbul zu gehen und unsere Aktivitäten dort zu intensivieren.
Wichtig: Teamfähigkeit und Beherrschung der deutsche Sprache

Wie entscheidend ist in Ihrem Aufgabengebiet die Interkulturelle Kompetenz?
Unser Kundenstamm ist vielfältig. Wir haben Kunden aus dem Bereich Mode, Medizin, Maschinenbau, Ministerien oder aber auch klassische Integrationsthemen wie
LAGA NRW (Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Migrantenvertretungen). Es gibt kaum ein Unternehmen oder eine Institution, die heutzutage nur noch im deutschsprachigen Bereich agiert. Sie kaufen Produkte weltweit, bauen ein Image weltweit auf, sie werben weltweit und sie haben Gäste, die aus der ganzen Welt kommen. Je mehr sie als Agentur in der Lage sind, einerseits eine Mehrsprachigkeit zu bedienen aber auch ein anderes kulturelles Verständnis in Kommunikation und wirtschaftlichem Verhandeln aufzuzeigen, umso besser können sie sich als Agentur platzieren. Die Interkulturalität hat bei uns daher einen enormen Schwerpunkt und hohen Stellenwert.
Wie viele Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten in Ihrer Agentur?
Wir haben Kollegen mit Migrationshintergrund aus Griechenland, der Türkei, den Niederlanden, Vietnam, China, Portugal, Kasachstan und Kroatien. Unsere Zielsetzung ist es, auch weiter bewusst diese Kompetenzen zu stärken. Ganz wichtig dabei ist natürlich, dass Bewerber auch alle fachlichen Qualifikationen mitbringen und sich im Grund sowohl akademisch als auch praktisch wettbewerbsfähig aufstellen.
Und welche Ausbildungsberufe können bei Ihnen erlernt werden?
Bei uns gibt es zwei klassische Ausbildungsberufe: Medienkaufmann/-frau und Mediengestalter(in).
Gibt es eine Eigenschaft, auf die Sie bei Bewerbern besonders wert legen?
Ein grundsätzliches Thema ist die Teamfähigkeit und die Beherrschung der deutschen Sprache. Wir haben natürlich Verständnis, wenn jemand erst seit wenigen Jahren in Deutschland ist und in der Schule in Deutsch nicht die besten Noten hat. Aber in den Weiterführenden Schulen sollte es dann schon mindestens eine Drei sein. Denn: Bei der PR ist Sprache sehr wichtig.
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