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Die Migrationserfahrung – ein besonderer Vorteil für Lehrer

Unsere E-Mentorin Jelena Kostin studiert Sozialpädagogik und erklärt in ihrem Kommentar, warum sie kulturelle Vielfalt im Lehrerzimmer für sehr bedeutsam hält.

Betrachtet man den Arbeitsmarkt, so gibt es heutzutage kaum einen Bereich, in dem nicht auch Menschen mit Migrationshintergrund vertreten sind. Schaut man jedoch genauer hin, so gibt es kaum Lehrer, die einen Migrationshintergrund haben. Laut Studien haben lediglich 1% aller Lehrkräfte keine deutschen Wurzeln. Jedoch sehe ich bei Lehrern mit Migrationshintergrund ein besonderes Potenzial. Sie wissen nämlich, wie schwer es Jugendliche mit Migrationshintergrund haben können und wie viel stärker sie kämpfen müssen.

Sie kennen sich zudem aus in den verschiedenen Religionen und Ritualen, sie kennen die Situation der Eltern (denen oft das dreigliedrige Schulsystem unbekannt ist) und deren Einstellung, dass man möglichst schnell Geld verdienen und eher kein Risiko eingehen sollte. Außerdem sind solche Lehrer gerechter, denn aus vielen Studien ist bekannt, dass beispielsweise Aufsätze von Jugendlichen mit Migrationshintergrund schlechter bewertet werden als die von Deutschen. Haben die Lehrer selbst einen Migrationshintergrund, so fallen diese Vorurteile völlig weg und die Notengebung wird gerechter.


"Schüler brauchen oft größere und stärkere Motivation"

Einige meiner Bekannten und Freunde sind Lehrer, zwei haben sogar einen Migrationshintergrund. Von ihnen erfahre ich, dass die Schüler einen größeren Respekt vor ihnen haben, da sie einsehen, dass sie es nicht leicht hatten und sich durchgesetzt haben, wie sie es auch in den Klassen tun. Ein weiterer Vorteil ist ihre Erziehung. Denn durch die unterschiedlichsten kulturellen Hintergründe sind Lehrer mit Migrationshintergrund besonders von Ritualen geprägt und führen auch diese in ihren Schulklassen ein. So verabschiedet sich einer meiner Bekannten jedes Mal mit einem Händeschütteln von jedem seiner Schüler. Dies soll ihnen zeigen, dass er Respekt vor ihnen hat und eben einen solchen Respekt auch erwartet. Den Respekt der Klasse zu gewinnen ist ein großes Ziel eines jeden Lehrers. Lehrern mit Migrationshintergrund scheint dies schneller und auf einem anderen Weg zu gelingen.

Schüler mit Migrationshintergrund brauchen meiner Meinung nach oft eine größere und stärkere Motivation. Eine große Stütze ist es selbstverständlich, wenn ein Lehrer, der es ebenso schwer hatte wie sie, vor ihnen steht. Das kann eine Motivationshilfe sein, da es zeigt, dass auch sie es schaffen können, wenn sie nur wollen. Denn keiner der Lehrer mit Migrationshintergrund hatte es leicht. Sie mussten kämpfen (sowohl in der Schule als auch im Elternhaus) und waren bereit dazu. Mit ihrer Erfahrung und ihrem interkulturellen Hintergrund sind sie verstärkt in der Lage andere Jugendliche zu fördern, ihren Kampfgeist zu stärken und sie dazu zu bringen an die eigenen Träume zu glauben.

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