"Unternehmen setzen Zeichen für Weltoffenheit"
Diversity setzt sich in der Unternehmenskultur durch. Es heißt übersetzt "Vielfalt" oder "Verschiedenartigkeit". Unternehmen, die Mitarbeiter mit einem Migrationshintergrund haben, sehen Diversity als Chance für sie und sich selbst. Hans W. Jablonski ist Experte für Diversity Management und auch Mitbegründer der Initiative Charta der Vielfalt.

Die Unternehmensinitiative Charta der Vielfalt erfreut sich einem immer höheren Zulauf. Bislang haben 600 Unternehmen die Charta unterzeichnet. "Die Unternehmen machen Fortschritte, indem sie genauer hinschauen als früher, wo sie früher noch nach Klischees beurteilt oder Stereotypen bedient haben. Es gibt auch nicht mehr diese Multi-Kulti-Romantik, je bunter desto besser, sondern es ist eher die Auseinandersetzung damit, was es im Arbeitsalltag bedeutet unterschiedliche Migrationshintergründe zu haben", erklärt Jablonski u.a. die Entwicklung der Unternehmen im Interview mit Mixopolis.
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Herr Jablonski, wie sieht Ihre kurze Bilanz der Charta der Vielfalt aus?
REINHÖREN
"Bislang haben 600 Unternehmen die Charta unterzeichnet. "Die Unternehmen machen Fortschritte, indem sie genauer hinschauen als früher, wo sie früher noch nach Klischees beurteilt oder Stereotypen bedient haben. Es gibt auch nicht mehr diese Multi-Kulti-Romantik, je bunter desto besser, sondern es ist eher die Auseinandersetzung damit, was es im Arbeitsalltag bedeutet unterschiedliche Migrationshintergründe zu haben."
Welchen Vorteil bringt die Charta?
REINHÖREN
"Für mich persönlich heißt es natürlich, ich habe ein Klima, was durch Offenheit geprägt ist und wo ich nicht befrüchten muss, dass ich wegen meiner Besonderheit irgendwelche Nachteile erfahre."
Welche Programme laufen in den Unternehmen im Kontext der Charta?
REINHÖREN
"Es gibt viele Beispiele, die ganz konkret sind, z.B. die Mitarbeitergruppe. Die schließt sich zusammen, um dem Unternehmen mitzuteilen, was es heißt einen Migrationshintergrund zu haben. Es gibt auch bestimmte Mentoring-Programme."
Kommt es auch schon mal zu Konfliktsituationen in den Unternehmen?
REINHÖREN
"Es ist harte Arbeit, vor allem geht die nicht immer ohne Diskussionen. Und diese Diskussionen können auch verletzend sein. Konflikte entstehen aus dem Unverständnis heraus. Unternehmen handeln aber mittlerweile so konsequent, dass wenn sich Mitarbeiter nicht daran halten, aus dem Unternehmen ausgeschlossen werden."
Wie sehen die nächsten Schritte aus?
REINHÖREN
"Wir haben in die Charta geschrieben, dass regelmäßig Berichte über Fortschritte verfasst werden. Das war der erste Schritt. Der nächste Schritt wird sein sich zu überlegen, was für eine Art Verbindlichkeit man einbringen kann."
Was sollten Bewerber mit Migrationshintergrund beachten?
REINHÖREN
"Wenn ich mich jetzt bewerbe, dann würde ich schauen, ob das Unternehmen die Charta der Vielfalt unterzeichnet hat. Menschen mit einem Migrationshintergrund haben ja zwei kulturelle Hintergründe, was sehr von Vorteil ist. Auch für Firmen, die ja interkulturell arbeiten."