Ein Projekt von Schulen ans Netz
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Das Heldenprojekt

Als Marie an die Schule von Magnus und Sebi kommt, fängt etwas ganz Neues an. Sebi verliebt sich in sie und die drei tun endlich mal richtig was! Doch dann geraten sie immer mehr ins Visier rechter Schläger...

Meine Kriterien für die Bewertung des Romans, der von einem Deutschen in deutscher Sprache geschrieben worden ist und dessen Geschichte in Deutschland spielt, werden logischerweise ziemlich "anders" sein.
Denn, ich bin Türke, also kein Deutscher, und lebe in der Türkei; und meine Muttersprache ist Türkisch. Die deutsche Mentalität kenne ich zwar, aber das bedeutet selbstverständlich nicht, dass ich wie ein Deutscher denken und beurteilen kann.

Die Romanfiguren sind hauptsächlich Jugendliche. Es gibt im Hintergrund auch Erwachsene, sie haben aber fast keinen Einfluss auf die Entwicklungen im Roman. Die deutschen Leser können die beschriebenen Situationen und die Beweggründe der Romanhelden besser verstehen als ich. Für die Leser aus anderen Ländern, z.B. aus der Türkei, sind sie nicht ganz "normal". Dass fast alle Jugendlichen im Roman rauchen, ja sogar kiffen, ist mir fremd.

Christian Linker will nicht nur die Situation schildern, so wie sie ist, sondern die Menschen zun Denken anregen, z..B. das Desinteresse an der Politik unterstreicht er immer wieder.
Neben den Themen Liebe, Freundschaft und Dreiecksbeziehung, die hier miteinander verknüpft werden, spricht der Autor eine schwierige Frage an: Der Staat kann gegen Neonazis nicht vorgehen, wenn sie nicht Gesetze verletzen. Und genauso kann manchmal etwas, was illegal ist, durchaus loyal sein – in dieser Geschichte der Widerstand von Marie und ihren Freunden gegen die Neonazis. Wer kann, soll und wird in solch einer Konstellation bestraft?


Dem Schicksal trotzen

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Der Autor dieses Jugendromans, Christian Linker, befasst sich mit Jugendlichen auch beruflich. Daher kennt er sie, ihre Denkweise und ihre Verhaltensmotive gut. Und das ermöglicht, dass sich die jungen Leser sehr gut in die Personen des Romans hineinversetzen können. Das Buch ist in der so genannten Jugendsprache verfasst. Diese Schreibweise ist meiner Meinung nach ein bisschen störend, aber die Jungen und Mädchen in diesem Alter zwischen 15 und 20 Jahren sprechen ja nicht wie die Erwachsenen. Deswegen ist der Roman auch in diesem Sinne "authentisch". Durch die Ich-Erzählform wird der Roman noch lebendiger.
Der Nationalsozialismus ist immer noch eine Gefahr. Dagegen kann man nicht spontan oder individuell kämpfen, sondern braucht eine Organisation. Und die politischen Parteien dürfen den Kampf gegen den Neo-Nazismus nie vergessen!


Mein Fazit

Die Entfremdung zwischen Menschen in der westlichen Gesellschaften ist von größter Bedeutung und führt z.B. dazu, dass viele Jugendliche die Politik ignorieren oder verachten.
Weil der Autor uns auf die genannten Probleme aufmerksam macht, weil die Sprache das Lesen "unterstützt" und weil der Roman für den Unterricht in Deutschland wie auch in der Türkei schön geeignet ist, empfehle ich ihn allen Menschen, die Deutsch verstehen!


Das Heldenprojekt
(256 Seiten)
Autor: Christian Linker
Verlag: dtv

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