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Darwin in der Integrationsdebatte

Ein Kommentar von unserem Mentor Ali Dogan zur Studie: "Ungenutzte Potenziale - Zur Lage der Integration in Deutschland"

Die Studie "Ungenutzte Potenziale – Zur Lage der Integration in Deutschland" des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung sorgte für eine Debatte über "gut-integrierte" und "schlecht-integrierte" Bürger mit Migrationshintergrund. Diese Klassifizierungen sind für die wettkämpferische Natur des Menschen verlockend. Die im Anschluss an die Veröffentlichung der Studie entbrannte Diskussion hat sowohl einen Hauch von der Darwinschen These des "survival of the fittest", als auch von der hoch umstrittenen Huntingtonschen Vision vom "Kampf der Kulturen".

Jedoch vermögen bereits die Messinstrumente, die in der Studie verwandt wurden, nicht zu überzeugen. Die Autoren der Studie messen nämlich eine erfolgreiche Integration anhand von 20 Indikatoren, wie etwa dem Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft, Eheschließungen mit Deutschen, Hausfrauenquote, Bildungsniveau, Anteil der Beschäftigten im öffentlichen Dienst usw. Ungeachtet der berechtigten Frage, was denn die Quote an Mischehen mit erfolgreicher Integration zu tun haben soll, reduziere ich meine Kritik hier auf die Tatsache, dass eine vergleichende und auf Konkurrenz basierende Integrationsdebatte wenig Sinn macht. Mit einer solchen pauschalen Sichtweise wird die Heterogenität der verglichenen Gruppen außer Acht gelassen.


Hauptindikator: Bildungsgrad

Forum Gesellschaft & Kultur
Gerne sind alle eingeladen, im Forum "Gesellschaft & Kultur" ihre Meinung zu diesem Thema zu äußern und mitzudiskutieren.

Dies soll selbstverständlich keine Streitschrift für die Türkeistämmigen werden, die in der Studie negativ auffallen. Ganz im Gegenteil, die Probleme dieser Bevölkerungsgruppe sind nicht von der Hand zu weisen. Deshalb muss man insbesondere die so genannten Defizite dieser Gruppe besonders betrachten. Es ist nämlich nicht zu leugnen, dass im Grunde ein einziger Hauptindikator wie kein anderer die gesamte Studie trägt: Der Bildungsgrad einer Person. All die anderen Indikatoren sind stark abhängig vom Bildungsgrad. Zwei Beispiele: Eine Akademikerin wird selten Hausfrau und Akademiker haben einfachere Zugänge zum öffentlichen Dienst.

Man kann aber die Studie auch in folgendem positiven Licht betrachten: Wenn der Bildungsgrad der entscheidungserhebliche Indikator für erfolgreiche Integration ist, dann investieren wir in die Bildung und haben mehr Erfolg bei der Integration. Ob sich dies bewahrheiten wird, ist fraglich, denn die gesamtgesellschaftlichen Probleme ganzer Bevölkerungsgruppen fußen – wie gesagt – auf einer Vielzahl von Gründen. Aber es kann nie schaden, vor allen Dingen in langfristiger Hinsicht nicht, in die (Aus-)Bildung junger Menschen mit Migrationshintergrund zu investieren.

Gerade hier setzt auch Mixopolis an und schlägt eine Brücke zwischen Lebensorientierung und (Aus-)Bildungsbeteiligung von Jugendlichen. Als Mentoren gehen wir auf die Potenziale von Jugendlichen mit Migrationsgeschichte ein und motivieren sie in ihrer Bildungsbeteiligung.


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