Arne: "Jugendliche müssen Ziele vor Augen haben"
Arne Friedrich spielt für
Hertha BSC Berlin in der 1. Fußball-Bundesliga und ist deutscher Nationalspieler. Im Interview mit Mixopolis spricht er aber nicht nur über das runde Leder, sondern auch über die berufliche Zukunft der Jugendlichen.

Arne, die Jugendlichen beneiden Fußballprofis für diesen Beruf, weil man sein Hobby ausübt, im Rampenlicht steht und finanziell einen lukrativen Job hat. Welchen Einfluss übt aber der Faktor "Erfolgsdruck" auf dich und deine Kollegen bei
Hertha BSC Berlin aus?
Man sollte in diesem Zusammenhang wirklich nicht vergessen, dass man unter einem enormen Erfolgs- und Leistungsdruck steht. Als Fußballer hat man im Durchschnitt nur 15 Jahre, in denen man auf höchstem Niveau Leistung bringen kann. Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, dass ich einen Traumberuf ausüben darf und bestimmt auch in der Gesellschaft privilegiert bin. Ich möchte noch anmerken, dass jeder Mensch, der im Job steht, unter einem gewissen Druck arbeitet und Leistung bringen muss.
Würdest du den Jüngeren empfehlen eine Profikarriere anzustreben oder zunächst doch eine Ausbildung zu absolvieren?
Ich würde jedem jungen Spieler zunächst empfehlen, erstmal die Schule abzuschließen und eine Ausbildung zu absolvieren. Was passiert, wenn es mit der Profikarriere nicht klappt? Man sollte schon eine Absicherung in Form einer Ausbildung haben.
Du hast Industriekaufmann gelernt. Wie wichtig war dir diese berufliche Absicherung?
Eine Ausbildung ist sehr wichtig. Deswegen bin ich auch sehr froh, dass ich meine zum Industriekaufmann durchgezogen habe, obwohl es nicht immer einfach war. Dieser Schritt war immens wichtig.
Stand für dich schon immer fest, dass du zunächst eine stabile berufliche Grundlage schaffst, bevor du dich dem Fußball widmest?
Ja, das habe ich von Anfang an gesagt, dass ich erst meine Ausbildung beenden möchte, um mich dann voll und ganz auf die Fußball-Karriere konzentrieren zu können.
Du bist neben dem Fußballplatz auch sozial sehr engagiert, besonders für die Schutzengel-Aktion gegen Mukoviszidose (Stoffwechselerkrankung). Wie wichtig sind dir solche Engagements?
Für mich gehört es einfach dazu, dass man sich auch sozial engagiert. Ich habe in meinem Leben unheimlich viel Glück gehabt und jetzt möchte ich den Menschen etwas zurückgeben, denen es im Leben nicht so gut ergangen ist.
| Arne über Mixopolis: |
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| "Ich finde Mixopolis gut, weil das Projekt auf die Bedürfnisse der Jugendlichen eingeht und viele Anregungen und Hilfestellungen für die Zukunft gibt." |
Stehen in absehbarer Zukunft weitere Projekte an?
Momentan gibt es keine Überlegungen für weitere Projekte.
Sollten nicht mehr Sportler, die ja Vorbilder für die Jugend sind, bei solchen sozialen Projekten mitwirken?
Das wäre sicher wünschenswert, aber letztendlich muss das jeder Sportler für sich entscheiden. Es sollte aber auch immer authentisch und nicht aufgesetzt wirken.
Arne, das interkulturelle Online-Portal Mixopolis richtet sich an Jugendliche mit Migrationshintergrund und ihrer Lebens- und Berufsorientierung. Was würdest du allgemein der Jugend raten, wenn es um die Planung ihrer beruflichen Zukunft geht?
Zunächst einmal sollte jeder Jugendliche ein Ziel vor Augen haben und dieses Ziel auch konsequent verfolgen. Ich wiederhole mich gerne und sage, dass ein Schulabschluss und eine Ausbildung die Grundlage für das weitere Tun sein müssen. Wenn man dann im Job steckt, dann sollte man diesen auch zu 100 Prozent ausüben.
Was erhoffst du dir von dem Portal Mixopolis?
Ich hoffe, dass es hier viele Tipps und Informationen für Jugendliche gibt, wie man seine Zukunft erfolgreich gestalten kann. Gerade für Jugendliche sind Hilfestellungen und Orientierung unheimlich wichtig. Diese Aufgabe sollte Mixopolis erfüllen.