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"Mehrsprachigkeit kann im Berufsleben sehr nützlich sein"

Die 22-jährige Anastasia Paweltschuk studiert an der Uni Duisburg-Essen Sprache und Kultur sowie Literatur und Medienpraxis. Ihr Wunsch: Das Arbeiten in einer Printredaktion. "Ich habe bereits Praktika bei der WAZ und der Rheinischen Post absolviert und war begeistert", schildert Anastasia im Interview mit Mixopolis.

Anastasia, was studierst du an der Uni Duisburg-Essen?
Ich studiere einen Master-Studiengang mit den Fächern Sprache und Kultur (SuK) sowie Literatur und Medienpraxis (LuM). Diese Fächer fallen unter die Disziplin der Germanistik.

Wie kamst du zu diesem Studiengang?
Ich wurde durch Aushänge in den Universitätsfluren auf diesen Studiengang aufmerksam. Auf einer Info-Veranstaltung für Master-Studiengänge habe ich weitere interessante Infos erhalten. Mich hat vor allem die Praxisnähe des Studiengangs gereizt.

Und gefällt dir dein Studium?
Noch kann ich keine Bewertung abgeben, da ich im 1. Semester bin. Aber ich kann Folgendes festhalten: Wie bereits erwähnt, gefällt mir besonders die Praxisnähe in den Fächern. Arbeitsaufgaben wie Filme drehen, Interviews vereinbaren, Artikel schreiben und Verlage kontaktieren gehen über die Theorie hinaus. Endlich wird ein Bezug zur Berufswelt geschaffen. Vor allem finde ich es sehr gut, dass die Leiterin des Fachs LuM bemüht ist, uns auf verschiedene Aktivitäten innerhalb und außerhalb der Uni aufmerksam zu machen. Denn so können wir schon im Studium Kontakte zu verschiedenen Unternehmen  herstellen. Weniger gut finde ich, dass wir in LuM keine eigene Auswahl treffen können, sondern die vorgegeben Kurse machen müssen. In SuK ist dagegen der Platzmangel ein großer Kritikpunkt. Die Teilnehmerzahlen der Kurse sind für die Räumlichkeiten meist viel zu groß. Im Großen und Ganzen gefällt mir mein gewähltes Studium aber sehr gut und ich bin gespannt, was mich noch erwartet.


"Mehrsprachigkeit kann im späteren Berufsleben sehr nützlich sein"

Was Anastasia Studienanfängern rät:
Studien- und Prüfungsordnung unbedingt lesen
Infoveranstaltungen vor Semesterbeginn besuchen
Nicht nur Pflichtveranstaltungen besuchen, sondern auch Kurse zur Verbesserung  der Bewerbungs- und Kommunikationsfähigkeiten
Bei dringenden Fragen immere mehrere Dozenten oder das Prüfungsamt kontaktieren

Deine Muttersprache ist Russisch. Bringt dir diese Mehrsprachigkeit im Studium einen Vorteil?
Ja, meine Muttersprache ist Russisch. Jedoch beherrsche ich sie nur im Sprechen. Schreiben habe ich nie gelernt und lesen geht nur schwer voran. An der Uni bringt mir Russisch weder Vor- noch Nachteile. Die meisten Kurse werden auf Deutsch abgehalten und Auseinandersetzungen mit dem Russischen finden nur selten statt. Eine Möglichkeit, meine Muttersprache vorteilhaft anzuwenden, besteht beim Kontakte knüpfen mit anderen russischsprachigen Studenten. Es stärkt das Gruppengefühl und hilft, Erfahrungen auszutauschen. Zudem denke ich, dass meine Mehrsprachigkeit im späteren Berufsleben sehr nützlich sein kann.

Schildere doch mal den Unterschied zwischen dem Dasein als Schüler und dem als Student!
Als Schüler habe ich nie wirklich das Gefühl gehabt, Verantwortung zu tragen. Ich machte meine Hausaufgaben und traf mich anschließend mit meinen Freunden. Ich machte mir keine Gedanken über die Zukunft und musste meine Finanzen nicht selber regeln. Dafür hatte ich meine Eltern. Im Studium sieht die Welt ganz anders aus. Da ich einen weiten Weg zur Uni habe, sind Freundschaften mit Studenten aus Essen schwerer aufrechtzuerhalten. Auch ein Partybesuch bei Studienfreunden braucht eine längere Vorbereitungsphase. Die Verantwortung im Studium ist im Gegensatz zur Schulzeit enorm hoch. Jeden Tag muss man sich beweisen. Die zahlreichen Aufgaben und Hausarbeiten müssen erledigt werden und man muss sich um seine Finanzen kümmern. Da bleibt nicht viel Zeit zum Ausruhen. Aber ich bin mir sicher: Hat man die Studienzeit erst einmal überstanden, wird man sie genauso vermissen wie jetzt die "gute alte" Schulzeit.


"Ich muss mich jeden Tag neu beweisen"

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Was macht den Reiz eines Studiums oder besser noch den des Studentenlebens aus?
Das Reizvolle am Studium ist, dass ich etwas lerne: Mein Allgemeinwissen wird aufgestockt und mein Fachwissen wird spezifiziert. Ich lerne aber auch für das Leben: Mich zu organisieren, Verantwortung zu übernehmen, Kontakte zu knüpfen und wissenschaftlich zu arbeiten. Das Studium verändert und erweitert meine Denk- und Sichtweise in vielen Hinsichten. Zum Beispiel habe ich mir angewöhnt, bei Filmen genauer hinzuschauen und Bücher mit einer kritischeren Haltung zu lesen. Ich habe jedoch nicht das Gefühl, ein typisches Studentenleben zu haben. Die meisten meiner Freunde stammen aus der Schulzeit, Uni-Partys besuche ich eigentlich nicht und ich wohne in einiger Entfernung zur Uni bei meinen Eltern.

Und wie siehst du deine berufliche Zukunft?
Ich gehe erst mal Schritt für Schritt vor und schaue, was sich ergibt. Mein Wunschberuf ist das Arbeiten in einer Redaktion einer Zeitung oder einer Zeitschrift. Ich habe bereits Praktika bei der WAZ und der Rheinischen Post absolviert und war von der Arbeit begeistert. Man hat Menschen aus verschiedenen sozialen Bereichen angetroffen und hat sich mit ihren unterschiedlichen Problemen auseinandergesetzt. Ich finde es toll, unterwegs zu sein und immer etwas Neues zu erleben. Ich hoffe, bereits im nächsten Jahr eine gute Stelle als freie Mitarbeiterin zu bekommen und dann endlich "richtig arbeiten" zu können. Es ist ja leider nicht einfach, eine Festanstellung zu bekommen. Deshalb muss ich mich jeden Tag neu beweisen. Vielleicht ist es gerade das, was mich reizt.


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